we were at the moon...
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Space Debris ("Weltraum-Schrott") ist eine seit über 10 Jahren in der Psych-Kraut-Jam-Szene bekannte, experimentelle Rockband.



Markenzeichen sind strukturierte Improvisationen im 70er-Sound, wobei im Spielfluß Melodie- und Kompositionsgerüste entstehen. Damit überträgt Space Debris diese im Jazz schon immer übliche Arbeitsweise auf den Psychedelic-, Fusion- und Hardrock. Das bedeutet auch bei Plattenaufnahmen "live" Ideen zu gestalten und zu kreieren ohne "Malen nach Zahlen", wie es sonst im Rock beim Reproduzieren fester Songstrukturen üblich ist. Dabei knüpfen Space Debris an das Konzept der "Spontankomposition" der Krautband Can oder auch an die Merkmale der frühen, Zep und Purple Liveimprovisationen an.
Auftritte auf verschiedenen Festivalbühnen, wie BURG-HERZBERG-FESTIVAL 2006 (gefilmt u.a. für den WDR-) und auf der Zappanale 2007, sowie zahlreiche Beiträge zu z.T. hochauflagigen und u.a. international erschienenen Samplern haben Space Debris bekannt gemacht. Die Band hat seit 2001 einige LPs und CDs in der Tradition des "Krautrock" produziert, die u.a. über diese website günstig zu bestellen sind.

Live zu erleben sind sie 2012 auf Mani Neumeiers Finkenbach Open Air" im Odenwald am 18.August und dem Freak-Valley-Festival am 19.Mai


v.l.n.r.: Christian Jäger (Schlagzeug/Produktion/Artwork), Peter Brettel (Bass/Technik), Winnie Rimbach-Sator (Orgel/Keyboards), Tommy Gorny (Gitarre)

Das Rockmagazin schreibt:"Space Debris haben sich dem Jam-Krautrock der frühen Siebziger verschrieben, bei dem scheinbar alles möglich war - Jazz, Ethno, Rock, Blues und Avantgarde, und das bringen sie auch mit einer hohen Authentizität. Das Trio ignoriert aktuelle Trends und konzentriert sich lieber auf Feeling und Ausdruck. So bieten die teils sehr langen Nummern (oft weit über 10 Minuten) hoch individuelle "Irrungen und Wirrungen", die den Hörer verführen, neugierig machen, und in eine ganz andere Dimension "abfahren" lassen. Besonders das intensive Zusammenspiel verdeutlicht die Essenz der Musik, nämlich Offenheit, die Fähigkeit, aufeinander eingehen zu können, und das sich loslösen von konventionellen Songstrukturen" (Quelle: Rockmagazin GOOD TIMES-4/2008) Seventies-Hörer die das Experimentelle in der Musik seit Jahren vermissen, können sich problemlos das Space-Ticket sichern, denn die Gruppe hat alte Klänge mit intensiven Soli fusioniert und somit eine längst vergessen geglaubte Tradition fortgeführt." GOOD TIMES-Juni/11 (Alan Tepper)


Das Rockmagazin attestiert: "Ein energetischer Jamrock, den heute nicht mehr viele Bands bieten und der tatsächlich an Live-Großtaten der dankbaren Toten erinnert." (Quelle: Eclipsed-Rockmagazin 11/05).

"Deutschland hat in den späten 60er- und während der 70er-Jahren eine grosse Krautrock-Tradition entwickelt und dabei eine Reihe grossartiger, weltweit bekannter Bands herausgebracht: Can, Amon Düül oder Birth Control, um nur einige davon zu nennen. Es spricht vieles dafür, dass Space Debris drauf und dran sind, sich in diese ehrwürdigen Ränge einzufügen. Die Überzeugungskraft, die vom Schaffen dieses Quartetts ausgeht, wurzelt in unermüdlicher Leidenschaft, einem fundierten Verständnis von Musik  und einer breiten stilistischen Basis" (Quelle: "Tante JU"/Dresden)

Die Tonträger sind über zu bestellen oder direkt bei der Band: info@spacedebrisprojekt.de

1. CD/DLP------"Krautrocksessions 1994-2001"(2002)(Eigenvetrieb/Breitklang)
2. CD/DLP------"Kraut-Lok"(2005)(Eigenvertrieb/Breitklang)
3. CD/LP--------"Three"(2006))(Eigenvertrieb/Breitklang)
4. CD/DVD------"Into The Sun - Live At Herzberg 2006"(2007)(im Handel über Inacoustik/Herzberg Verlag)
5. 2CD/3LP-----"Elephant Moon"-Triple (2008))(Eigenvertrieb/Breitklang)
6. CD/DLP-----"Live Ghosts" (2009/10)(Eigenvertrieb/Breitklang/Green Brain)
7. CD--------------"Journey To The Starglow Restaurant" (2011) (Eigenvertrieb/Breitklang)
8. CD--------------"All Man" (2011) (Eigenvertrieb/Breitklang)
9. CD-------------"Deepest View" (2011) (Eigenvertrieb/Breitklang)

Man erhält die DVD/CD "Into The Sun" auch im normalen Einzelhandel.

(jeweils aufs Cover clicken, um Review zu lesen)






Liveauftritte von Space Debris:

- 18.08.12 Finkenbach Open Air, Odenwald
- 19.05.12 Siegen Freak Valley Festival
- 03.09.10 Dresden, "Tante JU"
- 13.03.10 Miltenberg, "Big Mama"
- 31.12.09 Wolfsbehringen/bei Eisenach, "www.deadicated.de" Infos:T.036254-78212
- 12.09.09 Zürich/Schweiz, "Profitreff"
- 11.09.09 Ostermundigen-Bern/Schweiz, "Tell´s Saal"
- 10.09.09 Feuerthalen/Schweiz (bei Schaffhausen), "Dolder 2"
- 17.01.09 Halle, "Objekt5"
- 22.11.08 Geel, Belgien De Bogaard
- 21.11.08 Siegen, Belle Epoque
- 28.06.08 Weinheim, Cafe Central
- 27.06.08 Darmstadt, Öttinger Villa 2
- 04.08.07 Bad Doberan, Zappanale (Mainstage)
- 29.06.07 Darmstadt, Öttinger Villa 1
- 20.06.06 Burg Herzberg Festival (Mainstage)
- 07.10.05 Michelstadt, Hüttenwerk
- 08.09.05 Züttlingen/Heilbronn, Schloss Domeneck
- 05.08.05 Hasselbach/Odenwald, Zauberbergfestival-Neonfest


"Man muß dahin kommen, daß man alles spontan komponiert, also nicht mehr blos Variationen über ein Thema, das zugrunde liegt. Alles kommt darauf an, die Musik so ehrlich und so unmittelbar wie möglich zu machen. Wenn ich mir vornehme, ich spiel dieses oder jenes Stück, dann muß das ja nicht unbedingt der Situation entsprechen, in der ich mich gerade befinde. Dieser Situation kann man eigentlich nur dann entsprechen, wenn man spontan komponiert." (Zitat: Albert Mangelsdorff 1971 im Gespräch mit Joachim E. Berendt/MPS)
Die Musik von SD ist spontan komponiert, wie in diesem Ideal beschrieben.

Hier ein komprimierter Ausschnitt aus dem DVD-Konzertfilm als Vorgeschmack: zum Anschauen des Videos einfach auf eines der Bilder clicken






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DIE ZWEITE DOPPEL-LP: Space Debris: Kraut Lok (ca. 82 Min.)



recorded und produziert 2005

(auch als CD erhältlich)







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Hier das Cover der ersten DLP, "Krautrocksessions 1994 - 2001", die leider ausverkauft aber noch als CD erhältlich ist:





Feingewogener Sternenstaub - oder: der Krautrock findet endlich zu sich selbst

Keinen „Weltraummüll“, wie die Übersetzung des Bandnamens nahe legen mag, sondern feingewogenen Sternenstaub bietet Space Debris, ein Bandprojekt aus
dem tiefsten Odenwald, wo nachts, wenn keiner hinsieht, ferne Planeten die Baumkronen berühren und ihren außerirdischen Zauber zurücklassen. Diejenigen, die Hörerfahrungen mit den Sounds und improvisierenden Songstrukturen der Siebziger haben, brauchen sich einfach nur zurückzulehnen und können Space Debris’ Doppel-Vinyl „Krautrock-Sessions 1994 – 2001“ genießen, ohne dass ein weiteres Wort verloren werden müsste. (...) Space Debris ist nichts weniger gelungen als die Essenz des Krautrock. Den Mund zu voll genommen? Wir werden sehen.

In dem er es verfehlte, hatte der ursprüngliche Krautrock der Sechziger und Siebziger sein Ziel erreicht. Es war die fast dialektische Spannung zwischen dem, was die Krautrockbands jener Zeit spielen wollten, und dem was sie spielen konnten, was diese Art von Musik „kosmisch“ und teilweise bis heute revolutionär machte. Space Debris ist gleichsam das fehlende Bindeglied zwischen dem „genuinen“ Krautrock der Sechziger und Siebziger und der internationalen Musik dieser Zeit, von der die meisten der damaligen deutschen Rockbands ein Teil werden wollten. Man muss sich erinnern, dass die Mitglieder dieser Bands ganz überwiegend aus der ersten Generation kamen, die nach dem Ende des 2. Weltkriegs geboren wurde, der wie die gesamte Zeit des „Dritten Reiches“ - neben allen anderen kriminellen und obszönen Tatsachen – auch durch Hitlers Embargo ausländischer Kultur gekennzeichnet war. Wie in der Literatur und der Malerei mussten die deutschen Nachkriegsmusiker den Anschluss an ihre internationalen Kollegen finden, ein Prozess, der für viele Jahre kennzeichnend für jede Form spezifisch „deutscher“ Kultur wurde. In der Rockmusik war es die Band Lake, die von etwa 1980 an bewies, dass deutsche Popmusiker fraglos mit internationalen Standards mithalten konnten, und dies war auch das definitive Ende des Krautrock in seiner ursprünglichen Bedeutung.

Seit kurzem versuchen eine Reihe deutscher Bands erneut den „Kraut“-Nimbus anzunehmen, und ihre Ergebnisse sind, in einigen Fällen sogar charmante, Beispiele musikalischer Unfähigkeit, darin in vielem dem ursprünglichen Krautrock nicht unähnlich. In dieser Situation tauchten Space Debris mit ihrer selbstproduzierten Doppel-LP auf, extraschweres Vinyl mit Zwei-, Drei- und Vierspuraufnahmen in überragender Soundqualität, die aus Elementen und Versatzstücken von Pink Floyd, Deep Purple, Santana, den Allman Brothers und vielen mehr zusammengesetzt scheinen (tatsächlich handelt es sich um Jam-Sessions im Proberaum), und gleichzeitig völlig verschieden und individuell klingen. Sie hören sich wie keine der deutschen Bands der Siebziger an und präsentieren dennoch zweifelsfrei Krautrock – ein ebenso sensationelles wie rätselhaftes Wunder, denn keiner dieser Weltklassemusiker war je zuvor nennenswert in Erscheinung getreten. Space Debris bestehen aus einem „harten Kern“ aus Christian Jäger am Schlagzeug, Tommy Gorny an der Gitarre und Tom Kunkel an der Orgel, der immer wieder um Gastmusiker erweitert wird. Zusammen zelebrieren sie wahre musikalische Erzählorgien im Vokabular der Sechziger und Siebziger, das sie perfekt beherrschen und ebenso locker wie konzentriert einsetzen. Dabei gelingt ihnen gleichzeitig das Kunststück nicht „retro“ zu klingen oder die Vergangenheit verklärend zu beschwören wie es viele tun, die auf der aktuellen Retro-Mainstream-Welle schwimmen. Es ist Musik von heutigen jungen Musikern, die bei neugierigen jungen Ersthörern grenzenlose Bewunderung auslösen kann, aber auch den älteren Zeitgenossen des ursprünglichen Siebziger-Rocks das alte und von vielen lange vermisste „Kribbeln“ zurückbringt. Und der Clou zum Schluss: Wenn man sich dann ganz sicher zu sein glaubt, welcher der alten Platten der Space-Debris-Sound am nächsten kommt und sie auflegt... klingen Space Debris anders - und besser. Und wie war das jetzt mit „primitiver Aufnahmetechnik“(...),dass wenige Aufnahmespuren automatisch zu schlechten Soundergebnissen führen müssen? Nun, „Sgt. Pepper’s“ der Beatles wurde auf vier Spuren aufgenommen, die „Pet Sounds“ der Beach Boys auf drei, „Kind Of Blue“ von Miles Davis zum Teil auf zwei, zum Teil auf drei, das weltberühmte Can-Studio war ursprünglich ein Zweispur-Studio... Es geht also nicht um die Anzahl der Spuren, sondern darum wie man Musik aufnimmt und das aufgenommene Material bearbeitet. Diese Kunst beherrschen Space Debris gleichfalls perfekt, und sie wird zum mitentscheidenden Bestandteil der Kunst auf „Krautrock-Sessions“. So klingt Musik, wenn sie mit natürlichen Instrumenten, analogen Effektgeräten und über Röhrenverstärker aufgenommen wird: die Orgel rollt und „atmet“, die Gitarre singt in sahneweicher Röhrenverzerrung, und das Schlagzeug entfaltet sich als äußerst nuancenreiches Instrument, das im Gesamtsound „mitspielt“ und nicht einfach ein rhythmisches Gerüst liefert. Der Sound wird so zum kongenialen Partner facettenreicher musikalischer Inhalte.

„Krautrock-Sessions 1994 – 2001“ ist eines jener selten gewordenen Alben, bei dem man auch beim zehnten Hören Neues und Überraschendes wahrnimmt. Jenen, die sich fragen, ob ein klassifizierter, kategorisierter und in sich abgeschlossener Kanon von LPs aus den Sechzigern und Siebzigern alles gewesen sein soll, was vom Griff nach den musikalischen Sternen aus der Wüste eines vom Faschismus befreiten, aber dennoch von Täter-Vätern beherrschten Landes übrig bleibt, wird beim Hören dieser „Krautrock-Sessions“ schnell klar, dass der Krautrock nach 35 Jahren endlich zu sich selbst gefunden hat. Hier wurde er gleichsam dadurch befreit, dass er in freien Assoziationen aus Sounds und Songstrukturen „durchgearbeitet“ (um Freuds Begriffe zu verwenden) und damit neu erfunden wurde. Manchmal muss man tatsächlich sehr weit zurückgehen, um zu einem Neuanfang zu kommen. Von hier aus kann es weitergehen mit Rockmusik aus Deutschland, die auch international wahrgenommen und geschätzt wird.

Frank Gingeleit (Moonhead-Magazin; März 2005)


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